Beim Verschicken eines Keramik-Geschenksets innerhalb Deutschlands möchte ich immer zwei Dinge zugleich erreichen: das Geschenk stilvoll präsentieren und es zugleich sicher und möglichst nachhaltig verpacken. Keramik ist zerbrechlich, und ein schön zusammengestelltes Set verliert viel von seinem Zauber, wenn Teile fehlen oder zerbrochen ankommen. Gleichzeitig liegt mir die Umwelt am Herzen – deshalb nutze ich bevorzugt Materialien und Methoden, die weniger Abfall erzeugen und oft sogar schöner aussehen als herkömmliche Plastikpolster.

Planung: Größe, Gewicht und Versandweg bedenken

Bevor ich mit dem Verpacken beginne, messe ich das größte Teil im Set sowie die Gesamtmaße in der Box und wie schwer das Paket ungefähr sein wird. Das hilft mir, eine passende Versandkarton-Größe zu wählen und den besten Versanddienstleister auszuwählen. Für kleinere, leichte Sets reicht häufig ein stabiler Karton (z. B. 30 x 20 x 15 cm), bei mehreren Teilen wähle ich eine größere Box mit doppelter Wellstärke.

Ich berücksichtige auch, wie empfindlich die Teile sind: handbemalte oder sehr dünnwandige Keramik verpacke ich deutlich schützender als robuste Teller. Für den Versand innerhalb Deutschlands nutze ich oft DHL Paket oder DPD – beide haben verlässliche Zustellzeiten. Wenn es besonders wertvoll ist, sende ich versichert (Wertangabe bei der Einlieferung) oder nutze Kurierdienste.

Materialien, die ich gerne verwende

  • Recycelte Wellpappe: Sie ist stabil, stoßdämpfend und leicht erhältlich. Ich schneide passende Einsätze oder verwende Versandverpackungen mit Facheinteilungen.
  • Faltbare Trennstege aus Karton: Ideal, um mehrere Teile zu separieren (z. B. Tassen oder Schalen). Sie verhindern direkten Kontakt und Reibung.
  • Cellulose-Flocken (Biowatte) oder Recycling-Papierfüllung: Kompostierbar und optisch warm – eine schöne Alternative zu Luftpolsterfolie.
  • Seidenpapier (recycelt): Zum Einwickeln einzelner Teile, schützt vor Kratzern und sieht edel aus.
  • Crinkle-Paper (geknittertes Papier): Sorgt für Polsterung und wirkt dekorativ im Inneren der Box.
  • Myzelium-Verpackungen: Pilzbasierte Schaumstoffe sind biologisch abbaubar und sehr stoßdämpfend – inzwischen von einigen Herstellern angeboten.
  • Verklebungen: Ich verwende Papierklebeband statt Plastikband – stabil genug und leicht recycelbar.
  • Aufkleber und Etiketten: "Vorsicht Glas" / "zerbrechlich" sowie ein hübsches Brand-Label für die persönliche Note.

Schritt-für-Schritt: So packe ich ein Keramik-Geschenkset nachhaltig

  • 1. Einzelteile einpacken: Jedes Stück wird in recyceltes Seidenpapier gewickelt. Bei besonders empfindlichen Stücken verwende ich zwei Lagen. Das reduziert Kratzer und schützt vor direkten Stößen.
  • 2. Polsterung anbringen: Ich lege zuerst eine etwa 3–5 cm dicke Schicht aus Cellulose-Flocken oder Crinkle-Paper in die Box.
  • 3. Facheinteilung nutzen: Wenn mehrere Teile im Set sind, baue ich Trennwände aus Karton ein oder nutze vorgefertigte Karton-Einsätze. So verhindert man Reibung und Zusammenstoßen während des Transports.
  • 4. Positionieren und sichern: Die verpackten Teile platziere ich mit ausreichend Abstand zueinander. Zwischen den Teilen kommt zusätzliches Füllmaterial.
  • 5. Abschließende Polsterung: Über das gesamte Set gebe ich noch eine Lage Füllmaterial, sodass sich beim Schließen der Box keine Teile bewegen können.
  • 6. Verschließen mit Papierklebeband: Zum Verschließen nutze ich breites Papierklebeband – es ist stabil und lässt sich gut bedrucken (z. B. mit Logo).
  • 7. Außenkennzeichnung: Auf die Außenseite klebe ich deutlich sichtbare "Vorsicht, zerbrechlich"-Aufkleber. Zusätzlich notiere ich die Oberseite mit "This Side Up" bei asymmetrischen Sets.

Design und Präsentation: Nachhaltig & stilvoll verbinden

Mir ist wichtig, dass die Verpackung schon beim Öffnen Freude bereitet. Deshalb arbeite ich mit natürlichen Farben wie kraftbraun, Weiß und einem Akzentton (z. B. Salbeigrün). Ein paar Ideen, die ich regelmäßig einsetze:

  • Ein Band aus Jutegarn oder Baumwollband statt Plastikschleife.
  • Ein handgeschriebener Gruß oder eine kleine Karte aus Recyclingpapier.
  • Ein Stoffbeutel (z. B. Leinen) für Einzelteile als zusätzliches Geschenk und wiederverwendbare Verpackung.
  • Stempel mit Logo auf der Außenbox statt glänzender Folie.

Praktische Tabelle: Vor- und Nachteile gängiger Polstermaterialien

Material Vorteile Nachteile
Cellulose-Flocken / Papierfüllung Kompostierbar, gute Polsterung, hübsch Kann leicht verrutschen, braucht Volumen
Seidenpapier (recycelt) Schützt Oberflächen, elegant Weniger stoßdämpfend allein
Myzelium-Verpackung Biologisch abbaubar, sehr stoßdämpfend Noch teuerer und nicht überall erhältlich
Recycelte Wellpappe Stabil, formbar, recycelbar Relativ sperrig, Gewicht

Versandhinweise & Versicherung

Beim Versand in Deutschland achte ich darauf, das Paket ausreichend zu versichern, wenn der Warenwert hoch ist. Viele Kund:innen schätzen die Option einer versicherten Sendung. Ich dokumentiere zusätzlich den Zustand der verpackten Teile mit Fotos, bevor das Paket aufgegeben wird – das erleichtert eventuelle Schadensmeldungen.

Für besonders fragile oder wertvolle Sets empfehle ich den Versand als Paket mit Sendungsverfolgung und Versicherung. Ich vermerke immer auf der Sendung, dass sie zerbrechlich ist – das hilft zwar nicht immer, aber erhöht die Chance, dass Zusteller vorsichtiger damit umgehen.

Lieferanten und Materialien, die ich empfehle

  • Papierband & Versandkartons: Starke Kartons von lokalen Papierlieferanten oder bei Anbietern wie Packhelp (mit Option für recyceltes Material).
  • Biologische Polster: Cellulose-Flocken von Umweltverpackern oder myzelium-basierte Lösungen von Start-ups wie Ecovative.
  • Seidenpapier & Geschenkband: Recycelte Varianten von Papeterien oder Herstellerinnen auf Etsy und DaWanda (deutsche Anbieter).

Wenn ich ein Keramik-Geschenkset verpacke, verknüpfe ich sorgfältige Praxis mit einer kleinen ästhetischen Inszenierung – so ist das Auspacken selbst Teil des Geschenks. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur Verzicht, sondern bewusste Auswahl schöner, langlebiger Materialien, die das Geschenk aufwerten und gleichzeitig die Umwelt schonen.