In letzter Zeit fällt mir in meinen Besuchen bei Manufakturen, auf Märkten und beim Stöbern in kleinen Onlineshops ein klarer Trend auf: matte Porzellanoberflächen erobern die Tischkultur. Als jemand, die täglich nach schönen Fundstücken und praktischen Ideen sucht, frage ich mich: Warum passiert das gerade jetzt und was spricht für dieses matte Finish? In diesem Beitrag teile ich meine Beobachtungen, praktische Tipps und Antworten auf die Fragen, die mir Leserinnen und Leser immer wieder stellen.
Was genau bedeutet „mattes Porzellan“?
Unter mattem Porzellan verstehe ich Stücke, deren Glasur bewusst so formuliert ist, dass sie wenig bis kein Licht reflektieren. Das Ergebnis ist eine samtige Oberfläche, die eher ein weiches, elegantes Licht zurückgibt als den klassischen Spiegelglanz. Es gibt verschiedene Techniken, um diesen Effekt zu erzielen: matte Glasuren, fein geschliffene Oberflächen oder spezielle Brennverfahren in der Keramikmanufaktur.
Warum ist matte Oberflächen gerade so beliebt?
Die Gründe sind vielfältig – und oft persönlich. Hier sind die wichtigsten, die mir auffallen:
- Ruhe und Natürlichkeit: Matte Oberflächen wirken ruhiger und weniger aufdringlich. In Zeiten, in denen unser Umfeld oft laut und visuell überladen ist, sehne ich mich nach Tischware, die Entspannung ausstrahlt.
- Haptik: Mattes Porzellan fühlt sich anders an – wärmer, weicher. Das macht das Essenserlebnis sinnlicher.
- Weniger Fingerabdrücke: Im Alltag sind matte Oberflächen verzeihender als glänzende, die jeden Abdruck und Kratzer stärker zeigen.
- Authentizität und Handwerk: Matte Glasuren erinnern an traditionelle Keramik und vermitteln oft eine handgemachte, einfache Ästhetik. Das passt zu dem Wunsch nach Produkten mit Geschichte.
- Fotografische Gründe: Für Food- und Interior-Fotografie sind matte Oberflächen oft vorteilhaft – sie reduzieren ungewollte Reflektionen und geben dem Bild eine moderne, edle Stimmung.
Gibt es praktische Nachteile?
Ja, und das ist wichtig zu wissen. Matte Glasuren sind nicht automatisch robust gegen alles:
- Empfindlichkeit gegen Abrieb: Manche matte Glasuren können bei starker Beanspruchung leicht heller werden oder kleine Kratzer zeigen.
- Reinigung: Während Fingerabdrücke weniger sichtbar sind, können helle matte Oberflächen empfindlicher auf stark färbende Lebensmittel reagieren – denke an Curry oder rote Bete. Regelmäßiges, schonendes Reinigen hilft.
- Kompatibilität mit Geschirrspüler: Nicht alle matten Glasuren sind spülmaschinenfest. Ich frage bei neuen Stücken immer nach der Pflegeanleitung.
Wie kombiniere ich mattes Porzellan am schönsten?
Ich liebe es, mattes Porzellan mit verschiedenen Materialien und Texturen zu mischen. Hier sind meine Lieblingskombinationen:
- Mattes Porzellan + glänzendes Besteck: Der Kontrast wirkt elegant und modern.
- Mattes Porzellan + Leinen- oder Baumwollservietten: Diese Kombination schafft eine gemütliche, natürliche Tischstimmung.
- Mattes Porzellan + Glas mit Facetten: Die Reflektionen des Glases geben dem Tisch Glanz, ohne dass das Porzellan seinen ruhigen Charakter verliert.
- Mischung von matten und glänzenden Stücken: Ein einzelner glänzender Teller in einer matte-Geschirrserie kann als Highlight dienen.
Welche Farben und Formen sind passend?
Matte Glasuren funktionieren besonders gut in gedeckten, natürlichen Farbtönen: Sand, Salbeigrün, warmes Grau, Creme und tiefes Blau. Aber ich habe auch matte Schwarz- und Terrakottatöne gesehen, die sehr modern wirken. Bei Formen bevorzuge ich eher einfache, klare Linien oder leicht unregelmäßige, handgeformte Ränder – das unterstreicht den handwerklichen Charakter.
Marken und Manufakturen, die ich empfehlen kann
Ich nenne hier bewusst einige Namen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind – nicht als Werbung, sondern als Anregung:
- Rosenthal: Neuere Kollektionen spielen mit matten Effekten kombiniert mit feinen Linien.
- Hering Berlin: Kleinere Porzellanfirmen, die reduzierte, matte Serien anbieten.
- Frau Müller Keramik (lokale Manufaktur-Beispiel): Handgefertigte Teller mit mattierter Glasur, einzigartig in Struktur.
Beim Einkauf lohnt es sich, lokale Töpfereien und Manufakturen zu besuchen – oft entdeckt man Unikate mit genau dem matten Finish, das man sucht.
Wie pflege ich mattes Porzellan richtig?
Meine Pflegeroutine ist simpel:
- Handwäsche bei empfindlichen oder nicht explizit spülmaschinenfesten Teilen.
- Für den Geschirrspüler: Kurzprogramm und niedrige Temperatur, wenn vom Hersteller erlaubt.
- Bei Verfärbungen: Einweichbad mit warmem Wasser und etwas Natron hilft oft.
- Keine scheuernden Reinigungsmittel verwenden, um die Struktur nicht anzugreifen.
Ist mattes Porzellan nachhaltig?
Das matte Finish an sich sagt wenig über Nachhaltigkeit – entscheidend sind Materialherkunft, Produktionsprozesse und Transport. Was ich schätze: Viele kleine Manufakturen, die matte Glasuren verwenden, arbeiten lokal, nachhaltig und mit geringeren Losgrößen. Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, frage nach: Wo wird produziert? Welche Glasuren werden genutzt? Wie sind die Arbeitsbedingungen?
Welches matte Porzellan passt zu welchem Anlass?
Matte Serien sind extrem vielseitig:
- Alltag: Matte Teller und Schalen sind praktisch, unaufdringlich und wirken bei jeder Mahlzeit edel.
- Abendessen mit Gästen: Matte Oberflächen schaffen eine ruhige Bühne für besondere Speisen; kombiniere mit glänzendem Besteck und Kerzenlicht.
- Festliche Anlässe: Mit sorgfältig ausgewählten Accessoires (z. B. goldene Serviettenringe, Kristallglas) wirkt mattes Porzellan überraschend festlich.
Tabelle: Matte vs. Glänzende Porzellanoberflächen (Kurzvergleich)
| Eigenschaft | Matt | Glänzend |
|---|---|---|
| Optik | Sanft, ruhig, modern | Reflektierend, klassisch, glamourös |
| Haptik | Weich, samtig | Glatt, kühl |
| Pflege | Empfindlich bei Abrieb, weniger sichtbare Fingerabdrücke | Zeigt Fingerabdrücke, oft robust durch starke Glasuren |
| Fotografie | Weniger Reflektionen, vorteilhaft | Kann störende Spiegelungen erzeugen |
Wenn du noch unsicher bist: Probiere zuerst Einzelstücke, zum Beispiel eine matte Suppenschale oder einen Dessertteller. So kannst du testen, wie sich das Material in deinem Alltag anfühlt und wie es zu deinem bestehenden Geschirr passt. Ich freue mich, wenn du mir von deinen Entdeckungen berichtest – manchmal sind gerade die kleinen Unikate die schönsten Begleiter auf dem Tisch.