Wanddeko aus Porzellan muss nicht nostalgisch oder kitschig aussehen — im Gegenteil: Mit der richtigen Auswahl, Anordnung und Technik kann Porzellan zu einer modernen, eleganten Wandinstallation werden, die Ruhe und Raffinesse ausstrahlt. Als leidenschaftliche Stilsucherin habe ich in den letzten Jahren viele Porzellanfunde gesammelt und ausprobiert. Hier teile ich sechs kreative Ideen, die zeitgemäß wirken und trotzdem die zarte Anmutung von Porzellan bewahren.

Minimalistische Teller-Anordnung mit Abstandshaltern

Ich liebe die klaren Linien einer sparsam bestückten Tellerwand. Statt eine bunte, überladene Sammlung aufzuhängen, wähle ich wenige, großformatige Teller in einfarbigen Tönen oder mit sehr subtilen Mustern. Wichtig ist der Abstand zur Wand: Mit kleinen Abstandshaltern (z. B. Filz- oder Messingdistanzstücken) wirkt jedes Stück wie ein kleines Kunstwerk, weil Licht und Schatten entstehen.

So gehe ich vor:

  • Wähle 3–7 Teller in derselben Farbfamilie oder mit einer gemeinsamen Charakteristik (z. B. Risse in der Glasur).
  • Verwende sichere Telleraufhänger oder einen Klebepad, der für Porzellan geeignet ist.
  • Platziere die Teller asymmetrisch, nicht in strengem Raster — das wirkt moderner und entspannter.
  • Porzellanscherben als abstrakte Kunst

    Bruchstücke bewusst einsetzen klingt ungewöhnlich, ist aber eine meiner liebsten Methoden, weil sie Persönlichkeit zeigt. Wenn mir ein Teller unterwegs kaputtgeht, hebe ich die schönsten Fragmente auf. Eingefasst in schlichte Schattenfugen-Rahmen oder auf einer Schieferplatte arrangiert, entstehen abstrakte Kompositionen, die sehr modern wirken.

    Styling-Tipp: Weniger ist mehr — ein großer Rahmen mit wenigen, bedachten Fragmenten erscheint edler als viele kleine Rahmen nebeneinander.

    Porzellan kombiniert mit Holz oder Marmor

    Kontraste sind ein Schlüssel zu zeitgemäßem Stil. Porzellan wirkt besonders edel, wenn ich es mit natürlichen Materialien kombiniere: eine dünne Holzplatte als Hintergrund, eine Marmorfliese als Basis oder kupferfarbene Halterungen schaffen Spannung ohne Kitsch.

  • Sehr schön: weiße Porzellanplatten auf dunklem Eichenholz.
  • Für kleinere Objekte verwende ich Messingwinkel als Halter, das verleiht Wärme.
  • Marken wie HAY oder ferm Living haben schöne, schlichte Wandhalter, die sich für diese Kombinationen eignen.

    Hängende Installationen mit feinen Bändern oder Draht

    Eine leichte, schwebende Installation entsteht, wenn ich Porzellan an dünnen Bändern oder Draht hänge. Besonders filigrane Tassen, kleine Schälchen oder flache Teller können so in unterschiedlichen Höhen arrangiert werden. Achte auf stabile Befestigungen an der Decke und balanciere die Gewichtsunterschiede aus.

  • Materialien: feiner Edelstahl-Draht, gewachste Baumwollbänder, Lederbänder für einen wärmeren Look.
  • Praktisch: verstellbare Haken an der Decke, damit man die Höhe nachträglich anpassen kann.
  • Diese Lösung eignet sich gut über einem Esstisch oder in einer gemütlichen Leseecke.

    Porzellan als Wandskulptur: Einzelstücke in Vitrinen oder Nischen

    Manchmal braucht es nur ein einziges, außergewöhnliches Stück. Ein handgetöpferter Becher, eine ungewöhnlich geformte Vase oder ein Teller mit Patina erhalten durch eine eigene Nische oder eine kleine Wandvitrine den richtigen Rahmen. Ich bevorzuge offene Vitrinen aus Glas oder einfache Schattenfugen, damit das Objekt wirken kann.

    So setze ich es um:

  • Wähle neutrale Hintergrundfarben in der Nische, z. B. mattes Grau oder warmes Sand.
  • Arbeite mit indirekter Beleuchtung (LED-Band), um das Porzellan dezent in Szene zu setzen.
  • Wechsle die Exponate saisonal — so bleibt die Wand lebendig.
  • Grafische Muster aus kleinen Porzellanelementen

    Für ein modernes, fast grafisches Wandbild verwende ich viele kleine Porzellanelemente: Untertassen, kleine Teller oder handgefertigte Scheibchen. In einer klaren geometrischen Anordnung — z. B. ein diagonales Band, eine Wellenlinie oder ein organisches Cluster — entsteht ein spannendes Spiel aus Form und Negativraum.

  • Tipp: Klebe die Elemente nicht direkt auf die Wand; nutze stattdessen eine dünne Platte (z. B. Multiplex oder HDF) als Träger, die du dann case-by-case anbringst. So kannst du die Anordnung einfacher verändern.
  • Farbschema: Ton-in-Ton oder kontrastreich (z. B. weißes Porzellan auf tiefblauem Hintergrund).
  • Technik, Sicherheit und Pflege

    Beim Hängen von Porzellan achte ich besonders auf Sicherheit — sowohl um Verletzungen als auch Beschädigungen zu vermeiden. Hier ein kleiner Überblick über Befestigungsarten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

    Befestigung Für Vorteil
    Telleraufhänger mit Gummiband leichtes bis mittleres Porzellan unsichtbar, flexibel
    Klebepads für Porzellan flache, leichte Stücke keine Löcher, schnell
    Distanzhalter / Schraubbare Halter schwerere Objekte stabil, erzeugt Schatten
    Hängesysteme (Draht/Band) Installationen, mehrere Teile beweglich, gestalterisch flexibel

    Pflegehinweis: Staub entferne ich sanft mit einem weichen Pinsel. Bei fettigen Fingern oder Flecken nutze ich lauwarmes Wasser und ein Mikrofasertuch — niemals aggressive Reiniger.

    Wo finde ich passende Stücke?

    Ich kaufe gern bei kleinen Manufakturen und lokalen Töpfern, weil dort die Stücke oft Charakter haben. Manufakturen wie Rosenthal bieten minimalistische Serien, während unabhängige Keramiker*innen auf Etsy oder lokalen Märkten oft einzigartige, handgearbeitete Objekte anbieten. Wichtig ist, dass die Stücke eine ruhige Formsprache haben — das verhindert Kitsch.

    Wenn du nach Inspiration suchst, schau auf meinem Blog Porzellanvitrine vorbei; dort präsentiere ich regelmäßig Fundstücke und kleine Manufakturen, die sich gut für Wandinstallationen eignen.

    Porzellan an der Wand ist für mich eine Mischung aus Sammelleidenschaft und Design-Experiment. Mit wenigen, überlegten Entscheidungen lässt sich eine Wand schaffen, die elegant, modern und persönlich zugleich wirkt.