Vor einigen Wochen habe ich ein kleines Mini-Atelier in Deutschland besucht, das seit Jahren meine liebsten Kaffeetassen herstellt. Es war einer dieser Zufälle, die sich anfühlen wie ein Fundstück: Ein unscheinbares Schild, ein offenes Tor und der Duft von Ton und frischem Kaffee. Ich möchte euch mitnehmen in diesen besonderen Ort, die Menschen dahinter vorstellen und erklären, warum ihre Tassen für mich so besonders sind.
Wie alles begann: Die Manufaktur auf den ersten Blick
Das Atelier liegt nicht in einer großen Stadt, sondern in einer ruhigen Kleinstadt, umgeben von Feldern und alten Fabrikgebäuden. Drinnen empfängt mich eine warme Werkstatt-Atmosphäre: Regale voller Rohlinge, kleine Werkbänke mit Pinseln, ein paar Drehscheiben und natürlich der große Brennofen, von dem die ganze Werkstatt lebt. Die Inhaberin, eine Keramikerin mit feinen Händen und einem unerschütterlichen Blick fürs Detail, führt mich herum und erzählt von ihren Anfängen. Für sie bedeutet Keramik mehr als Produkt – es ist Gesprächsthema, Erinnerungsstück und Gebrauchsgegenstand zugleich.
Materialien und Herstellung: Was macht die Tassen so besonders?
Viele fragen sich, ob eine „handgemachte“ Tasse wirklich einen Unterschied macht. Hier habe ich die Antwort gesehen: Es ist nicht nur der Ton, es ist die Kombination aus Rohstoffwahl, Formgebung, Glasur und der Sorgfalt bei jedem einzelnen Arbeitsschritt.
- Tonqualität: Die Manufaktur verwendet porzellanähnlichen Steinzeugton, der robust und doch fein ist – ideal für dünnwandige, elegante Tassen.
- Drehen vs. Gießen: Einige Modelle werden auf der Drehscheibe geformt, andere in Formen gegossen. Beides hat seinen Charme: Gedrehte Stücke tragen oft die Handschrift der Hand, gegossene erlauben präzisere Serien.
- Oberflächen und Glasuren: Die Glasuren sind meist sinnvoll zurückhaltend: matte Cremetöne, leicht marmorierte Pastellfarben und tiefes Indigoblau. Besonders freue ich mich über die kleine Linie mit feiner Goldlustre – dezent und doch luxuriös.
- Feuerung: Zwei Brennphasen – Schrühbrand und Glattbrand – sorgen für Stabilität. Die meisten Tassen werden im Elektro- oder Gasofen bei hohen Temperaturen gebrannt, manche Spezialglasureffekte entstehen durch reduzierte Brennphasen.
Der kreative Prozess: Design trifft Handwerk
Mich interessiert immer, wie ein Produkt vom Entwurf bis zur fertigen Tasse entsteht. Hier geht es nicht um Massenproduktion, sondern um ein Zusammenspiel kleiner Serien und Einzelstücke.
- Skizzen und Prototypen: Jede neue Form beginnt mit einer Skizze. Die Künstlerin erstellt mehrere Prototypen, die sie testet und anpasst – Gewicht, Kantenradius, Henkel-Fassung sind entscheidend für das Trinkgefühl.
- Handbemalung: Einige Modelle werden mit feinen Mustern per Pinsel verziert. Diese Handmalereien sind subtil: kleine Punkte, ein zartes Ringmuster oder eine organische Linie am Rand.
- Limitierte Kollektionen: Besonders schön fand ich die saisonalen Kollektionen, die immer wieder kleine Überraschungen enthalten – eine Sonderglasur, eine Kooperation mit einer Illustratorin oder handerhabene Einschlüsse.
Nachhaltigkeit und Verantwortung
Ein Punkt, den ich persönlich sehr schätze: Die Manufaktur legt Wert auf Nachhaltigkeit. Das zeigt sich in mehreren Bereichen:
- Lokale Materialbeschaffung, wo möglich.
- Verantwortlicher Umgang mit Restton und Recyclingprozessen.
- Energieeffiziente Brenntechnik und sorgfältige Planung, um Verschnitt zu minimieren.
- Faire Bezahlung und kurze Lieferwege – viele Stücke werden direkt im Atelier verkauft oder über ausgewählte Händler wie kleine Concept Stores vertrieben.
Was macht eine gute Kaffeetasse aus meiner Sicht aus?
Als jemand, der viel Zeit mit Tischkultur verbringt, achte ich auf einige Details, die eine Tasse von „nett“ zu „lieblingsstück“ machen:
- Haptik: Die Tasse muss gut in der Hand liegen, weder zu schwer noch zu fragil.
- Rand: Ein feiner, leicht abgerundeter Rand sorgt für angenehmes Trinken.
- Henkel: Er soll stabil sein und Platz für zwei Finger bieten.
- Wärmehaltung: Die Wandstärke beeinflusst, wie lange der Kaffee warm bleibt – ein gutes Gleichgewicht ist wichtig.
- Ästhetik: Die Tasse sollte zu verschiedenen Geschirrserien passen und sich in unterschiedliche Tischarrangements einfügen lassen.
Praktische Fragen: Pflege, Spülmaschine, Brüche
Oft werde ich gefragt, ob handgemachte Tassen spülmaschinengeeignet sind oder wie man einen Haarriss repariert. Hier die wichtigsten Hinweise, die mir die Manufaktur mitgegeben hat:
- Viele Glasuren sind spülmaschinenfest, aber um die Gold- oder Platinakzente zu schützen, empfiehlt es sich, diese Teile per Hand zu spülen.
- Haarrisse entstehen meist durch thermische Schocks. Heißen Kaffee in eine sehr kalte Tasse zu gießen, sollte vermieden werden. Vor dem ersten Gebrauch kurz mit warmem Wasser vorspülen.
- Kleine Chips lassen sich oft mit Spezialkleber kaschieren; für echte Reparaturen lohnt sich ein Kontakt mit der Werkstatt – manche reparieren oder upcyclen Bruchstücke zu neuen Produkten.
Wie und wo kann man diese Tassen kaufen?
Die Manufaktur verkauft direkt im Atelier, über ausgewählte Händler und in ihrem kleinen Onlineshop. Ich habe für euch ein kleines Übersichtstableau zusammengestellt, das die wichtigsten Kaufoptionen zusammenfasst:
| Kanal | Vorteile |
| Atelierverkauf | Einzelstücke, Beratung, Möglichkeit zum Probieren |
| Onlineshop | Bequemer Bestellprozess, Lieferung, oft limitierte Online-Reihen |
| Concept Stores / Boutiquen | Schön inszenierte Displays, Geschenkkombinationen |
Meine liebsten Modelle aus der Serie
Ich konnte nicht widerstehen, ein paar Favoriten zu nennen – zur Inspiration, falls ihr auf der Suche nach einer neuen Tasse seid:
- „Clara“: Dünnwandige Tasse mit mattem Außenfinish und glänzendem Inneren – ideal für Cappuccino.
- „Nordik“: Größere Becherform, robust, mit leichter Marmorierung – perfekt für lange Morgen mit Filterkaffee.
- Limitierte Goldlinie: Für besondere Anlässe oder als Geschenk – zarte Goldakzente an Rand und Henkel.
Beim Abschied aus dem Atelier nehme ich nicht nur eine Tasse mit nach Hause, sondern auch das Gefühl, dass hinter jedem Stück eine Geschichte steht. Für mich macht genau das den Reiz aus: Jedes Mal, wenn ich daraus trinke, erinnere ich mich an die Hände, die sie geformt haben, an die Werkstattgeräusche und an die Sorgfalt, die in jedem Arbeitsschritt steckt. Wenn ihr möchtet, kann ich beim nächsten Besuch nachfragen, ob es möglich ist, eine kleine Fotostrecke oder ein Video vom Herstellungsprozess für den Blog zu bekommen – das würde die Geschichte dieser Tassen noch greifbarer machen.